Traditionell Chinesische Medizin - TCM

 

Die heutige traditionell chinesische Medizin (TCM) ist das Ergebnis einer mehrtausenjährigen Entwicklung. Die TCM hat eine umfassend ganzheitliche Sicht auf die Zusammenhänge über das Entstehen und die Entwicklung von Krankheiten. Sie behandelt nicht ein bestimmtes Symptom einer Erkrankung, sondern das Tier in seiner Gesamtheit - Körper, Seele und Geist!

Warum die Angst in den Knochen sitzt, oder man Gedanken erst verdauen muss, wussten die Chinesen schon vor tausenden von Jahren...

Die TCM erklärt Vorgänge im Körper nach dem Konzept von Yin und Yang, den 5 Wandlungsphasen und der Lebensernergie "Qi". Durch dieses in sich schlüssige und vernetzte System lassen sich Disharmonien und entstehende Krankheiten bereits sehr früh diagnostizieren denn Imbalancen und Störungen in der Harmonie von Ying und Yang und Stauungen der Lebensenergie "Qi" stören den freien Fluss der Energien im Körper und zeigen dem aufmerksamen Beobachter schnell und zuverlässig, wo es hakt. Die Behandlungsschwerpunkte liegen bei chronischen und funktionellen Störungen.

 

 

Yin und Yang

Die TCM und auch die chinesische Philosophie beruht auf dem Konzept von Ying und Yang. Das bedeutet, alles ist in diesen zwei Stadien einer zyklischen Bewegung aufgeteilt, wobei sie fortwährend ineinander übergehen, wie der Tag in die Nacht und andersrum. Sie sind voneinander abhängig, kontrollieren sich stets gegenseitig und sind immer im Kern des anderen enthalten. Keines kann ohne das andere existieren. Ohne Tag gäbe es keine Nacht, ohne das Dunkle nicht das Helle.... alles ist relativ und stets in Bewegung, bemüht um ein gesundes Gleichgewicht. Ist eines über einen längeren Zeitraum  im Mangel oder im Überfluss, entsteht eine Disharmonie und mit der Zeit manifestieren sich Krankheiten.

 

Qi

Der Begriff Qi wird hier im Westen gerne mit "Energie" übersetzt. Dies gibt aber nur einen Teil der Bedeutung eines chinesischen Wortes wieder, das sich jeder eindeutigen Übersetzung zu entziehen scheint.

Das chinesische Schriftzeichen Qi setzt sich eigentlich aus zwei Worten zusammen "Dunst/Dampf" und "Reis". Dies soll zum Ausdruck bringen, das Qi einerseits immateriell wie Dampf, andererseits materiell, so dicht wie Reis sein kann. In der chinesischen Medizin ist das Qi somit die Basis allen materiellen und spirituellen Lebens. So bedeutet "das Qi fließt" schlicht, dass die Mechanismen des Lebens funktionieren.

 

Die fünf Elemente

Ein weiteres wichtiges Konzept der TCM sind die fünf Elemente oder Funktionskreise

Wasser, Feuer, Holz, Metall und Erde

Jedem dieser fünf Elemente werden Eigenschaften, wie bestimmte Jahreszeiten, Organe, Emotionen, Farben, Geschmack, klimatische Faktoren und vieles mehr zugeordnet.

Sie unterstützen und ergänzen sich gegenseitig, so wie sich das Jahr aus den Jahreszeiten bildet. Sie kontrollieren sich aber auch gegenseitig und gleichen einander aus, ähnlich dem harmonischen Ablauf der Jahreszeiten.

Die den fünf Elementen zugeordneten Symptome und Krankheitsanzeichen signalisieren dem erfahrenen Therapeuten wo Ursachen für Störungen liegen können.

 

Was wird behandelt?

Grundsätzlich kann jede funktionelle Erkrankung mit der TCM behandelt werden. Funktionell bedeutet, dass Körperfunktionen eingeschränkt sind. Es können z.B. Erkrankungen der inneren Organe (Lunge, Nieren...) des Stoffwechsels, des Immunsystems, neurologische, aber auch Erkrankungen der Haut und des Bewegungsapparates behandelt werden. Bei einigen Erkrankungen, wie z. B. Krebs kann die TCM in Kombination mit der westlichen Medizin deutliche Erleichterung verschaffen. Die TCM kann eine sehr effektive Schmerztherapie sein.

 

Wie wird eine Diagnose gestellt?

Die TCM hat vier Untersuchimgsmethoden:

Sehen: Die äußere Erscheinung des Patienten und die Zungendiagnostik spielen eine Rolle

Hören: Eine Anamnese mit Befragung des Patientenhalters nach Symptomen und Vorgeschichte unterstützen bei der Suche nach der Erkrankungsursache.

Fühlen: Hier ist die Pulsdaignose und die genaue Untersuchung auf schmerzhafte Punkte und Verspannungen das wichtigste Hilfsmittel.

Riechen: Eine Veränderung des arttypischen Geruchs kann ebenfalls diagnostisch verwertet werden.

Aus diesen gesamten Erkenntnissen setzt sich ein Bild oder auch Muster der individuellen Erkrankung zusammen. Der Therapeut kann dadurch Rückschlüsse auf den ursächlichen Ort der Erkrankung im Körper ziehen. So kann deutlich mehr bewirkt werden, als durch reine Symptombehandlung.

 

Welche Verfahren werden in der Behandlung von Tieren angewendet?

 

Akupunktur und Moxibustion

Durch Nadelung oder Erwärmung festgelegter Punkte des Körpers wird der Fluss der Lebensenergie Qi reguliert. Die Selbstheilungskräfte werden aktiviert. Zur Akupunkturbehandlung werden sehr dünne, sterile Einmalnadeln (keine Kanülen!) verwendet. In der Regel reichen wenige Nadeln, das diagnostizierte Ungleichgewicht zu regulieren. Sie verbleiben 20-30 Minuten. Die Nadelung kann eine leichte Schmerzreaktion auslösen, wird aber in der Regel von allen Tierarten gut toleriert.

 

Die Moxibustion kann zusätzlich oder alleine angewendet werden. Es werden akupunkturpunkte mit dem Kraut Arteisia vulgaris (Beifuß) erwärmt. Dies erfolgt mit einer Moxazigarre oder mit glühenden Moxakegeln die auf die Nadeln gesteckt werden.

 

Arzneimittelkunde

Die chinesische Arzneimitteltherapie verfügt über ein seit über 2000 Jahren erprobtes Wissen. Es gibt genau festgelegte Regeln, wie Rezepturen erstellt werden. Darin wird auch die Verträglichkeit der einzelnen Inhaltsstoffe untereinander geregelt. Verwendet werden überwiegend Pflanzenteile, aber auch Mineralien und Tierprodukte. In Deutschland werden ausschließlich Produkte verwendet, die dem Artenschutz entsprechen. Die Stoffe werden zusätzlich einer genauen Analyse unterzogen, so dass auch die Reinheit gewährleistet ist. Ich verwende überwiegend westliche Kräuter, die ich nach den Regeln der TCM einsetzte.

 

Diätetik

Die Ernährung hat in der TCM den größten Stellenwert. Ein berühmter chinesischer Arzt sagt: " Erst wenn die Ernährungstherapie keine Heilung bringt, sind Arzneimittel einzusetzen."

 

Tuina

Die Tuina ist eine der ältesten manuellen Therapien, eine Form der Massage, die spezielle Reize setzt und so das Qi in den Leitbahnen beeinflusst und Schmerzzustände lindern kann. 

 

 

Der Vollständigkeit halber erwähne ich noch zwei Methoden der TCM, die den Menschen sehr unterstützen können, aber bei Tieren nicht angewendet werden:

 

Qi Gong Und Tai Ji Quan

Es handelt sich um Bewegungslehren. Die Bewegungsabläufe und Atemübungen unterstützen den Qi Fluss im Körper, geben innere Ruhe, Gelassenheit und Entspannung.

Das wiederum kann ebenfalls Einfluss auf die Gesundheit unserer Tiere haben.

 

Nach dem deutschen Heilmittelwerberecht §3 muss ich darauf hinweisen, dass es sich bei den hier vorgestellten Methoden, sowohl therapeutischer als auch diagnostischer Art, um Verfahren der alternativen Medizin handelt, die wissenschaftlich umstritten und schulmedizinisch nicht anerkannt sind.